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    Vorwort


    Liebes Festivalpublikum!

    Dies ist die letzte Ausgabe der SOMMER SZENE.
     

    Wir waren lange am Überlegen, ob es diese letzte Festivalausgabe überhaupt geben wird. Aber wir wollten nicht einfach so aufhören ... nicht aufhören, ohne uns zu verabschieden.
     

    Es noch einmal richtig krachen lassen, zum Schluss einen gigantischen rosa Elefanten über den Schlossplatz fliegen lassen … nein, genau das wollen wir nicht. Wir hören eher klein auf, eher unspektakulär … ein bisschen so, wie wir angefangen haben:

    Theater auf Augenhöhe mit dem Publikum. Denn wie vieles im Leben hat auch die SOMMER SZENE einmal ganz klein angefangen – als überschaubare Tagesveranstaltung im Sommer 1985.
     

    Und weil sich kaum mehr jemand daran erinnert, haben wir das erste „Programmheft“ auf den Seiten 22 und 23 einfach mal im neuen Programmheft abgedruckt.
     

    „Kultur für alle“ hieß unser Schlagwort, wir wollten von Anfang an mit dem Theater zu den Menschen gehen ... zu Menschen, die nicht unbedingt ins Theater gingen. Und wir waren von Anfang an Vertreter einer sogenannten Freien Kultur, die sich in Deutschland ab den 1970er-Jahren alternativ zur „gesellschaftlichetablierten“ Kultur entwickelte.
     

    „Kultur für alle“ nahmen wir wörtlich: Um möglichst viele Menschen (und vor allem nicht nur die „ohnehin Kulturbeflissenen“) zu erreichen, war für uns klar, dass unsere Kultur für
    die Zuschauer nichts kosten durfte. Und wir gingen (auch) weg aus dem Zentrum, in die Saarbrücker Stadtteile ... verließen sogar die Stadtgrenzen und gingen nach Dillingen, Völklingen, Illingen und Nennig – dezentral eben. Teilweise 16 Tage lang waren wir mit unserem Festivalprogramm in den Sommerferien unterwegs, um das sogenannte Sommerloch kulturell zu füllen.
     

    Jetzt ist Schluss. Wir machen Schluss. Die Zeit ist einfach gekommen. Es gab niemanden, der sich anbot, unsere Arbeit zu übernehmen. So ist das eben: Alles hat seine Zeit ... Und die SOMMER SZENE hatte ihre Zeit.
     

    In diesem Sinne wünschen wir uns zum Schluss fünf wunderschöne Festivaltage bei hoffentlich bestem Sommerwetter.
     

    Vielen Dank an alle, die uns in den letzten 34 Jahren geholfen haben. Macht’s gut … und wir sind dann mal weg.
     


    Charlie Bick / Marion Künster